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BitCoins kaufen und nutzen ist schön – aber selber welche rechnen? Warum nicht!

Ich habe ja erst vor Kurzem von meiner wieder neu aufgeflammten Begeisterung zum Thema BitCoins berichtet. Schnell, sicher, sauber, fast null Gebühr, nur so zur Erinnerung. Was ich aber in meiner Begeisterung total vergessen habe, war der Aspekt, dass, so wie Seti@Home, jeder mithelfen kann, dass die Währung „nicht ausgeht“. Es reicht: 30 Euro und ein Rapsi.

Alles begann mit einer kleinen Diskussion auf Twitter, die von @Herr_Moshauer zu dieser Produktempfehlung führte:

Ich war skeptisch, hatte ich doch nach meinem ersten BitCoin-Kauf schnell eine App für Android gefunden, die direkt auf dem Handy BitCoins rechnen – aber mehr den Akku tötet, als sinst irgendwas. Und immerhin: die App war umsonst, der Stick hier soll mit Version 30 Euro kosten. Und dann muss der Rechner immer mitlaufen. Und die gegoogleten Berichte dazu waren zwischen „geile Scheiße“ und „Dreckskacke“.

Dann entdeckte ich, wie konnte ich es auch nur eine Sekunde außer Acht lassen, ein YouTube-Video, dass die Aktivierung und Einbindung des Sticks auf einem Raspberry Pi zeigte… und, war ja klar, schon war das Teil bestellt.

Die Einrichtung lief zwar langsamer ab, als die im Video genannten Zeiten – aber reibungslos. Alle Befehlsketten liefen, der Raspi war mit dem Stick, der direkt am USB-Port betrieben werden kann (also, ohne externe Stromquelle in Form eines USB-Hubs) fast einsatzbereit.

Ich musste lernen, dass man nicht direkt in seine Wallet „harvesten“ kann, sondern einen entsprechenden Dienst zwischenschalten muss. Hierfür ist eine Google-Suche und eine Registrierung nötig – und dann geht es los. Mein Rapsi läuft nun seit einer Woche, bis auf einen unerklärlichen Shutdown, Nonstop durch – und ich habe schon knapp einen Cent in Bitcoins errechnet und dem System beigesteuert. Das sich das heutzutage als Geschäftsmodell eher nicht mehr rechnet, erklärt sich durch die Stromrechnung, auch wenn der Raspi um die zwei Watt liegt…

Aber: es macht Spaß. Abends zu checken, ob die Zahl der errechneten Coins gestiegen ist… ich mache da jetzt erst mal mit bis wahlweise der Raspi oder der USB-Stick ermüden… Was ich mir aber bei kleiner Nennleistung und guter Hitzeableitung nicht vorstellen kann.

AntMiner, ProduktFoto von amazon.de

AntMiner, ProduktFoto von amazon.de

Der Stick selbst läuft in der gelieferten Version neben dem Raspi auch auf dem PC, wobei hier die Installation gemäß Berichten mal mehr und mal weniger einfach ist – Nachteil ist aber immer, dass der komplette(!) PC laufen muss, wenn der Stick arbeiten soll. Und bei 2 Watt Raspi zu teilweise um die 800 Watt nur für das Netzteil inkl. Kühlung bei einem PC ist DIE Rechnung schnell entscheiden.

Aber: so viel Spaß es macht, klar sollte sein: Reich werden geht dann doch nur durch „normale“ Arbeit…

Das heimische Setup: und das BitCoin generieren läuft!

Das heimische Setup: und das BitCoin generieren läuft!

 

PS: mein aktuell größtes „Problem“ ist das mitgerechnete Bei-Produkt, die NameCoins: davon habe ich aktuell ca. die dreifache Menge, aber noch nicht wirklich heraus gefunden, was ich damit machen kann. Aktuell habe ich eine Börse gefunden, die NameCoins umrechnet und als BitCoins ausbezahlt… aber: damit geht doch mehr, oder? Wer Ahnung hat, bitte im Kommentarfeld loslegen, bin für jeden Tipp dankbar!

Lust auf Basteln und Programmieren? Aber: Raspberry oder Arduino, was passt zu mir?

Günstige Minicomputer, mit deren Hilfe die irrsten Sachen im Netz gemacht und gezeigt werden, sprießen aus dem Boden, dass man echt den Überblick verliert. Zwei klassische Vertreter sind der britische Raspberry Pi (aktuell in Version 2) und der italienische Arduino. Beiden verfolgen, auch wenn die Ergebnisse in die selbe Richtung gehen, ganz unterschiedliche Ziele. Und so stellt sich nun einfach die Frage: Wenn ich einen „Kleinen“ will – welchen nehme ich denn dann am besten?

„Ich will mal wieder was basteln, am besten mit selbst programmieren und so…“, der Gedanke zwängt sich in unserer heutigen Zeit mehr und mehr auf. Eine kurze Suche später, schon findet man sich entweder bei Arduino oder bei Raspberry. Aber – damit nicht genug: Arduino bietet diverse unterschiedliche Modelle, zusätzliche Platinen und vieles mehr. Und, auch bei Raspberry gibt es, neben den alten Modellen 1A, + und B, das aktuelle Modell 2 und Aufstecksätze und noch mehr Zubehör. Gut, das mehr an Zubehör gibt es auch für das italienische Modell… aber… welchen nehme ich denn jetzt, wenn ich einen haben möchte?

Nun – so sorry: aber was die beiden Boards angeht, prallen da zwei Philosophien aufeinander. Raspberry ist, dank der fast freien Wahl des Betriebssystems (vom bekannten Raspbian, das auf Linux basiert bis hin zu einer Win10-Variante) das eindeutig offenere System. Wohingegen man bei Arduino erst mal am Besten eine Grafik auf der Webseite studieren sollte, um zu wissen, mit welchen Modell (Einsteiger: bitte den UNO R3 (aktuelle Version) aussuchen) man beginnen möchte/sollte.

Wenn bei Raspberry die micro-SD-Karte dann das erste Mal in die Linux-Welt hinein bootet, geht das alte Unix-Wissen entweder aus – oder man muss sich mit Linux, dem Aufbau, den Systemdateien, etc. auseinander setzten, bevor man wirklich mit dem Gerät an sich beginnen kann. Wer aber hier durch ist, hat den Vorteil, dass er viele Programmiersprachen nachinstallieren kann, Python (allerdings nur Version 2!) als bekanntester Vertreter oder eben banal Java.

Der Uno wird eingesteckt – und geht. Dafür muss man auf seinem Rechner eine Begleitsoftware installieren – und, ACHTUNG!: Dann im Tools-Menü zuerst den richtigen Port wählen und dann ebenfalls im Tools-Menü das korrekte Board anwählen. Sonst wird man nur mit kryptischen Fehlermeldungen belohnt, die einem sagen, dass der COMx-Port nicht belegt/gefunden/genutzt/etc. werden kann.

Beim Raspberry ist dann Handarbeit angesagt: Linux ist eingerichtet, das Paket für die Programmiersprache ist installiert (und man sollte diese tunlichst beherrschen) – und nun geht die Frage los: was machen? Was genau bauen? Übers Internet ansprechen können oder nur über heimisches WiFi? Oder, oder, oder… Oder eben mit einem Fachbuch starten, Teile bestellen – los legen und erste Erfolge haben. Oder eben eine der zahlreichen Internet-Anleitungen nachbauen – nachdem man ca. 40% der benötigten Teile nach einer zwei bis dreiwöchigen Wartezeit aus China erhalten hat.

Der Arduino hat den Vorteil, dass er im Gegensatz zu den völlig überteuerten „Komplettpaketen“ des Raspi mit „Lernpaketen“ kommt, an denen der Vertreiber zwar verdient, aber eben nicht mehr, als wenn man das Gerenne zwischen Internet, lokalem Fachhändler und der Postlaufwartezeit aus China abwarten müsste (bei Raspi habe ich „Komplettpakete“ für 39,99 gesehen, in denen ist ein Breadboard, 10 LEDs, 10 Widerstände und 40 Kabel – Einzelkauf Prime: keine 10 €!). Und in den Lernkits ist eben auch immer ein „Handbuch“ für die ersten Schritte enthalten.

Fazit 1: Während man beim Raspi noch gespannt dem Bootvorgang und dem Aufbau der grafischen Oberfläche zusieht, hat man mit dem Arduino die erste Programmierung erledigt und eine LED zum blinken gebracht. Aber Achtung: wer den Raspberry und Arduino vergleichen möchte, muss den Arduino Yún heran ziehen, da dieser auch mit einem Linux-Derivat läuft – allerdings fest installiert und ohne SD-Karten-Bedarf (die trotzdem mögliche SD-Karte dient dann zum speichern von Dateien, Scripten, etc.).

Während also beim  Uno der Hersteller das Betriebssystem schon mal komplett übernommen hat und die Programmierung sehr „verständlich“ über die PC-Software erfolgt, bevor sie an die Platine zur Umsetzung gesendet wird, ist der Raspberry hier um ein vielfaches offener… oder eben zeitintensiver, wie man es sehen möchte…

Das bedeutet aber im Klartext, dass der Raspi, bevor man per SSH im Terminal oder per VNC auch auf die grafische Oberfläche zugreifen kann, eine eigene Tastatur, Maus und vor allem einen HDMI-Display-Anschluss braucht.  Der Arduino hingegen braucht einen Rechner (Win/Mac), der den Client ausführt – und einen freien USB-Anschluss.

Für den Raspi ist Python mit Sicherheit nicht die verkehrte Wahl – aber, so leicht und verständlich Python im Grundgedanken und auch im erlernen ist, es ist zusätzlicher Aufwand zu den notwendigen Linux-Kenntnissen, um los legen zu können – wie ich schon schrieb. Beim Arduino habe ich einfach und verständliche Befehle, die ich umsetzten kann. Und ein Interface, dass mir das Grundgerüst des Machbaren schon aufzeigt.

Fazit 2: Der Raspberry ist wirklich als Computer, wenn auch von schmaler Hardware, zu verstehen. Man muss Linux kennen und noch eine Programmiersprache (Python v2.x), bevor der Spass beginnen kann. Der Arduino Uno ist eine Platine für nette Experimente, bei dem man nach Installation der PC-/Mac-Software sofort los legen kann. Und genau das ist der Zweck! Raspberry selber ist ein „all-in-one“-Modell mit viel Flexibilität – Arduino bietet alternativ diverse Boards für verschiedene Einsätze – aber alle unter dem „schnell einen Prototyp zusammengesteckt“-Motto.

Die Vergleiche könnten jetzt weiter und weiter gehen und der jeweilige Platinentyp würde ausschließlich seine Anwendung gewinnen. Ich wollte hier auch keinen Sieger küren, sondern lediglich aufzeigen, was mit welcher „Platine“ so geht:

Arduino: Per USB-Schnittstelle vom PC mit C/C+-Sketches zu versorgen, ideal für schnelle Ideen – aber auch komplexe. Aus meiner Sicht, wenn der Einsatzzweck stimmt, das Teil, mit dem man sofort nach dem Auspacken die erste LED leuchten oder die erste Schaltung fertig haben kann. Wenn 1:1-Vergleich zu Raspberry gewünscht, Modell Yún bestellen. Für den Uno sind im Netz die meisten Projekte zu finden. Erweiterung durch Shields und jede Menge Sensoren möglich. Spaß und Freude garantiert.

Raspberry: Der kleine all-in-one-Platinen-Rechner mit größter Popularität auch für Bastelanleitungen und Scripte im Netz. Benötigt rudimentäre Linux-Kenntnisse, dann noch Kenntnisse einer Programmiersprache (Java, Python aber bevorzugt, wenn aktuell auch nur in Version 2 für das Raspian-Betriebssystem verfügbar). Mit dem Arduino Uno an sich nicht zu vergleichen, da der Raspi keine out-of-the-box-Soforteinsatz-Lösung darstellen will. Jede Menge Erweiterungen und Drittanbieter-Module zu bekommen, spricht z.B. auch mit den Sensoren, die aus einem Arduino-Kit kommen.

 

So oder so – mit 40 Euro und noch ein bisschen Kleingeld für das nötige Zubehör technische Projekte realisieren, das geht mit beiden, egal, ob Himbeere oder Italiener. Findet selbst Eure Präferenz, wählt aus, auf Basis, des oder der Projekte, die Ihr realisieren wollt. Spaß rund um das Thema Elektrik, Basteln und Programmieren ist garantiert.

Meine Empfehlung:
Sofort loslegen können, einfache C-Sketches schreiben, schnelle elektrische Schaltungen basteln >> Arduino.
Minicomputer pflegen, komplex programmieren können, ab Werk online mit veränderbarem OS >> Raspberry.

 

PS: Ja, ja, ja… ich habe weder den Raspberry Zero noch die weiteren Boards von Arduino groß beleuchtet. Der Zero ist aktuell quer durch die Online-Welt vergriffen (Kosten US-$ 5!), Arduino hat zu viele Boards, die mal das Uno um nützliche Dinge erweitern, mal eine andere Zielgruppe ansprechen wollen – und sie haben/arbeiten (ich habe es nicht weiter verfolgt, aber sie wollten mit einem Zero-Konkurrenten kommen, falls er nicht schon da ist) auch ein/auch an einem „Kleinstboard“. Wer hier tiefer einsteigen will, der möge sich durch die Foren im Internet lesen. Viel Spaß!

KleinChaos auf dem Schreibtisch: Uno mit Bewegungsmelderalarm, Raspi mit ersten Python-Programmierungen (aber noch ohne Verkabelung)

KleinChaos auf dem Schreibtisch: Uno mit Bewegungsmelderalarm, Raspi mit ersten Python-Programmierungen (aber noch ohne Verkabelung)