Urlaub musste endlich sein, dieses Jahr war noch keiner. Da wir aber nur eine Woche für unseren Babymoon freischaufeln konnten und fliegen und viel mit dem Auto fahren aus Sicherheitsgründen ausfiel, fuhren wir mit der Bahn nach Bergen. Und weil wir schon auf Rügen waren, weiter nach Binz. Und auf dem Weg dahin kamen wir an einem Schild vorbei, dass einen Baumwipfelpfad angekündigte. Hier war ein majestätisches Bild von einer futuristisch anmutenden Kugel mit umläufigen Gehwegen zu sehen – also, wo wir schon mal da waren: nichts wie hin!
Wenn ich nicht gerade selbst am Steuer eines Fliegers sitze, habe ich es ja eher nicht so mit Höhe: schon so manches offene Treppenhaus in der vierten Etage versetzt mich in… „Zustände“. Aber der Baumwipfelpfad hatte mich mit seinem Bild einfach eingefangen. Und so nutzen wir einen Tag unseres Besuches vor Ort um den Pfad ausführlich zu erkunden.
Da das Wetter ein wenig tief hängenden Nebel mit sich brachte, haben wir mit keinem großen Andrang vor Ort gerechnet. Aber so kann man sich täuschen! Das Gelände ist, auch wenn die Sicht bei blauem Himmel wunderschön sein muss, bei jeder Wetterlage sehr beliebt. Also: ruhig ein wenig Zeit mit einplanen für die Kassenschlange. In diesem Moment wurde uns klar, warum im „Standardpreis“ von 2,50€ für die Parkkarte gleich zweieinhalb Stunden Parkzeit inkludiert wurden.
Der Eintritt kostet pro Erwachsenem elf Euro (Gruppen– und Familienpreise gibt es auch), alternativ kann man sich gegen Aufpreis auch an eine der diversen Führungen anschließen. Detailliertere Infos bitte auf der Webseite des Baumwipfelpfads Binz nachlesen.
Und dann geht es auch schon los. Ich hab das ja nicht so mit der Höhe – aber, der erste Eindruck war überzeugend: Super gut gepflegt, super in Schuss und sehr solide angelegt, der Baumwipfelpfad. Aber zuerst, in Anlehnung, an das „große“, was noch kommt, muss man sich erst mal ein wenig hoch arbeiten.
Und wenn man oben abgekommen ist, wird man mit einem großartigen Ausblick und diversen Stationen, an denen Schilder angebracht sind, die wissenswertes und alltägliches spannend vermitteln, belohnt.
Und damit den Kids unterwegs Spaß haben, und auch jeder, der seine Höhenangst herausfordern oder nur was für die Gesundheit tun möchte, gibt es ein paar Gleichgewichtsübungen. Kein Muss, man kann diese ohne Probleme umgehen – wer aber will und möchte, kann ein wenig zusätzliches Training einlegen – und da dies in Kooperation mit einer Krankenkasse erstellt wurde, sollte man die keinen Herausforderungen nicht einfach „umgehen“,
Und weiter geht der Weg zum eigentlichen Höhepunkt, und dieser muss sich auch wieder ein wenig über Höhe, vorbei an informativen Stationen ergangen werden. Und nein – eine Abkürzung ist auf der Strecke dahin nicht vorgesehen.
Um den letzten Aufstieg zu meistern, muss man sich ein Vorbild an dem Baum in der Mitte nehmen: Etappe für Etappe gibt es Informationen über den Baum und sein jahrelanges Wachstum. Besucher, die hier nicht zum ersten Mal kommen, können ein Liedchen davon singen, wie sie ihm Besuch über Besuch beim Wachstum zugesehen haben.
Damit der „Aufstieg“ nicht zu steil und anstregend wird, gibt es nach jedem Halbkreis ein gerades Stück zum Ausruhen, Energie tanken und Vorbereiten auf die nächste „Runde“. Pausen sind hier sehr kurzweilig, da an jeder dieser Station wieder Informationstafeln rund um das Thema Baum, Wald und Natur aufgestellt sind, die zum Lesen und Staunen einladen.
Erst mal oben angekommen, kann man sich ein Bild der Umgebung machen. Das verwehrte uns ein wenig der Nebel, der sich zwar langsam zu lichten begann, aber die wohl sonst kilometerweite Sicht bis zum Horizont für uns nicht freigeben wollte.
Aber auch der Blich nach unten, und eine Vorstellung, wie hoch der Baum noch wachsen würde, war ein majestetischer Anblick in die umgebende Natur.
Spannend sind die oben auf der Aussichtplattform angebrachten Orientierungsmarken: neben lokalen Sehenswürdigkeiten und deren Entfernung sind auch Richtung zu weiteren Baumwipfelpfaden angeben – bis runter in den Bayrischen Wald. Kurz gesagt: Binz ist schön und gut gepflegt, aber auch bei Euch um die Ecke kann so ein Pfad sein! Also los, unbedingt besuchen!
Die Zeit war kurzweilig, der Pfad tipptopp in Ordnung und der Trimm-Dich-Pfad originell und die Aussicht super. Auch war die Parkkarte fair bemessen, der Pfad ist in der großzügig bemessenen Zeit, wenn man nicht am Ausgang oder im Informationszentrum, wo auch ein Restaurant ist, hängen bleibt, problemlos machbar.
Wichtig anzumerken: der komplette Weg ist barrierefrei.
Also… worauf wartet ihr noch? Los geht’s!
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2 Antworten auf „Recap 2019: Baumwipfelpfad Binz – unbedingt besuchen! (Oder einen weiteren der bundesweit verfügbaren Pfade!)“