285 Wenn die Abrechnung des Ladevorgangs fehlerhaft ist – wie lange sollte dann in 2023 eine Korrektur dauern, Skoda?

Regensburg. Donaueinkaufszentrum. Ein schneller Einkauf, verbunden mit einem Schnellladevorgang. Es sollte heute noch ein wenig weiter nördlich in der Oberpfalz gehen, warum also während des Einkaufs nicht dafür sorgen, dass der Akku mehr als nur eine Strecke schafft? Und dank des Schnellladers waren die angestrebten 80 % schneller erreicht, als unsere Einkäufe beendet, so mag ich das. Aber was nun, wenn sich hier ein Fehler einschleicht, der die eigentlichen Kosten knapp verdreifacht? Und wie lange darf hier eine Gutschrift dauern? Ein echtes Trauerspiel in drei Akten.

Symbolbild: Eine der besten Schnell- und Normalladesäulen, die ich kenne - ohne Fehlabrechnungen! / Bild-/-Quelle: ibdnhubzs.de
Symbolbild: Eine der besten Schnell- und Normalladesäulen, die ich kenne – ohne Fehlabrechnungen! / Bild-/-Quelle: ibdnhubzs.de
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Fehler im System

Ich führe eine einfache Excel-Liste, die mir die gefahrenen Kilometer und die geladenen Kilowattstunden gegenrechnet – und auch per Hin- und Her-Rechnung zwischen Diesel und Benzin aufzeigt, ob es ein Elektro-Monat war oder doch besser wieder ein Superb-Diesel werden sollte.

Auch versuche ich mich zu erinnern, wann ich in über 30 Jahren Verbrenner jemals an der Tanke beschissen wurde. Da war der Weg an die Ostsee, wo ich an einer defekten Zapfsäule stand, ohne auch nur einen Tropfen zu bekommen, mir ein Tankwart aber pauschal einen Zettel über 15 Mark ausstellen wollte. Das hat er aber gleich eingesehen, dass er hier den falschen erwischt hat.
Auch hat hie und da, als Girokarten und Kreditkarten in Mode kamen und die Terminals noch nicht so „ausgereift“ in der Bedienung waren, ab und zu ein Fehler eine teure Säule versucht abzurechnen. Komisch, ist mir am meisten in und um München passiert.

Ich gebe, in Erinnerung schwelgend, dem Ganzen nun ein 1:1 unentschieden.
Und gut, dass es trotz der Excel-Tabelle meiner Frau aufgefallen ist – sonst wäre der Vorgang wohl gar nicht mehr zu behandeln gewesen, statt der mittlerweile echt nur noch lächerlichen Monate, die es bisher ohne Ergebnis gibt. Wobei, nein – ich habe immerhin eine schriftliche Zusage, dass meine Rüge korrekt ist und ich noch „ein wenig“ Geduld bis zur Gutschrift haben soll… ARGH!

Wie bitte kann so was schiefgehen?

Ich fuhr nichts ahnend am Donaueinkaufszentrum um die Ecke – und siehe da, als hätte ich ihn bestellt und durch Bodyguards gesichert, der letzte Schnelllader ist frei. Eingeparkt, ihr wisst, nicht meine Stärke, Kabel dran, Ladevorgang gestartet und ab zu einem schnellen Einkauf – der ENYAQ hat für die Ladung auf 80 % 42 Minuten berechnet. So hetzte ich uns durch das „DEZ“, um Einkäufe und Laderestzeit so gut wie möglich im Sync zu halten. Was ich, wieder zum Leidwesen meiner besseren Hälfte, tatsächlich geschafft hatte, zwei oder drei Minuten hin oder her. Es war ein malerischer 25. Juli im Jahre des ENYAQ, also 2023. Meine App zeigte mir Kosten von 23 Euro für keine 20 kWh an. Aber wir mussten weiter, Aldi Süd, dm und ab nach Hause, um sich für die Weiterfahrt fertig zu machen.

Wenn ihr jetzt hängen bleibt und sagt: „Mensch Steve, 23 Euro für 20 kWh, dann lasse ich mich ja lieber von meinem Hamster vorwärts bewegen!“, ja, dann seid ihr um länger cleverer als ich. Wobei, ich muss zugehen, ich habe auf dem Display nur überprüft, dass der Ladevorgang beendet wurde und dass ich gut 20 kWh getankt hatte. Kein Preis, die Zeit aus dem Augenwinkel bei um die 43 Minuten. Also, Abfahrt.

Wer hätte da gedacht, dass Google mein bester Zeuge werden wird, bei allem, was noch kommt…

Zeuge Google: Dank Standort-Bestimmung und Uhrzeit wurde schnell ersichtlich, wie lange ich am Schnelllader war...! / Bild-/-Quelle: ibdnhubzs.de
Zeuge Google: Dank Standort-Bestimmung und Uhrzeit wurde schnell ersichtlich, wie lange ich am Schnelllader war…! / Bild-/-Quelle: ibdnhubzs.de

Klar, auch bei der monatlichen Abrechnung ist mir nicht aufgefallen…!

Die monatliche Abrechnung habe ich mit meinen Daten, die ich nach den Ladevorgängen aus den jeweiligen Apps gezogen habe, zusammengestellt, mich kurz über die doch etwas hohe Abrechnung gewundert – und es auf die doch diversen Fahrten geschoben. Ist doch schön, dass mein ENYAQ nicht nur in der jämmerlichst-peinlichsten Quoten-Hauptstadt am Straßenrand Winterschlaf halten muss! Sondern endlich mal bewegt wird, da muss der Strom eben fließen!

Als ich dann zurück im Berliner Kaff war, fiel es mir bei der erneuten Durchsicht des Excels auf: Wie? kW-Preis über 1,00 Euro? DAS wäre eine Entscheidung für den neuen Superb!
Also: nachgebohrt. Wo kommt dieser Preis her?

Den Regensburger Ladeanbieter kontaktiert. In einem Nebensatz konnte ich vernehmen, dass dies wohl nicht der erste Fall sei, den die Dame hört. Tja, Fehler macht eben jeder, aber wie komme ich an mein Geld. Sie kümmert sich.
Rückruf am Folgetag. Die Logs der Säule sind schon gelöscht. Kleiner Pro-Tipp für euch: Ladesäulenbetreiber scheinen von den normalen Aufbewahrungspflichten befreit zu sein, spätestens nach 14 Tagen (!!!) sind die weg!
So war es auch bei mir, daher bat mich die Dame, meinen Ladekartenherausgeber zu kontaktieren.
Meine unendliche Odyssee mit Skoda Powerpass begann… nur gut, dass ich vorstehendes „Beweisfoto“ aus meinem Google Maps Verlauf extrahieren konnte und nun klar beweisen kann, was mir zu Unrecht in Rechung gestellt wurde: eine Ladung UND eine Blockiergebühr von über zwei Stunden.

Blockiergebühr?

Da Schnelllader – mittlerweile – ein weitverbreitetes Gut sind, aber meist besetzt, hat man Blockiergebühren eingeführt. Ergibt Sinn, schließlich sollte Laden und Weiterfahren einen hohen Durchsatz und kurze Wartezeiten für noch laden Wollende ermöglichen.
Hinweis: Daher, nicht immer nur auf den Preis gucken, auch prüfen, ab wann diese Blockade-Aufpreise berechnet werden. Normalerweise reicht es locker, um einen Wagen von 3 auf 100 Prozent zu laden.
Selbst, wenn man im Wagen nur das von VW aus „Komplexitätsvermeidungsgründen“ verbaute und total veraltete 400 Volt Netz hat. Aber eben nicht, wenn man laut Säule fast drei Stunden da gestanden hat… und geladen…

Und so passierte es bei mir: Laut Ladesäulenbetreiber stand ich knapp zwei Stunden und 40 Minuten an der Säule, ab der 91. Minute laufen zusätzliche 10 Cent pro Minute mit, quasi als Strafe. Sehe ich auch ein – wenn ich und/oder mein Fahrzeug noch dagewesen wäre… siehe den Screenshot von Google Maps, wie lange ich war und wo ich danach war.

An sich ein einfacher Vorgang – aber nicht im VW-Konzern

Leider konnte der Ladesäulenanbieter mir nicht weiterhelfen. Meine Entdeckung war über der Frist von 14 Tagen, somit waren keine Aufzeichnungen mehr vorhanden. Somit wäre für mich der korrekte Ansprechpartner der Anbieter der Ladekarte, mit der ich die Ladung gestartet und beendet hatte. Allerdings erwähnte die Dame am Telefon in einem Nebensatz, dass dies ab und an mal passiere und sich schnell auflösen lässt.
Ja, da hat sie recht – solange nicht der Digitalisierungsalibisierer „VW“ ins Spiel kommt.

Also ein Telefonat mit Skoda – ich möge meinen Fall bitte schriftlich per E-Mail schildern. Gesagt, getan. Ist ja nicht das erste Mal, dass ich von Alpha bis Zulu, nebst „Beweisbild“ schildere, dass hier was schiefgelaufen ist.

Irgendwie bin ich auch der Fehleinschätzung erlegen, dass Skoda nun wiederum seinem Abrechnungsdienstleister schreibt, die Logs, die der Säulenbetreiber nicht mehr hat aber eben sicherlich zur Abrechnung weitergeleitet hat, nun anfordert, gegenhält – und Problem gelöst. Ich habe so mit vier oder fünf Werktagen gerechnet. Da war es Anfang August 2023. Nun ist der November rum. Und? Was hat VW in seiner unendlichen Peinlichkeit auf die Kette gebracht?
Auf eine erneute Reaktion meinerseits auf schon wieder nur eine „Bitte Geduld, wir arbeiten an Ihrem Vorgang“-E-Mail schrieb ich mit Nachdruck, dass ich nicht die Ladung, sondern, wie mehrfach betont, die Blockadegebühr infrage stelle und dies auch beweisen kann. Darauf ereilte mich wieder ein paar Tage später eine erneute, sinnlos-dumm-dreiste Antwort per E-Mail:

Hallo Steve Schutzbier,

wir möchten uns bei Ihnen für Ihr Vertrauen und Ihre Geduld bedanken.

Bitte beachten Sie, dass der Fall derzeit noch untersucht wird und wir Ihre Anfrage nicht vergessen haben.

Dennoch möchten wir gerne auf Ihre weiteren offenen Fragen eingehen. Sie erhalten die Rückerstattung über die in Ihrem Konto hinterlegte Zahlungsmethode. Dies wird einige Tage dauern, sobald uns der Nachweis des Stationsbetreibers vorliegt. Leider warten wir im Moment noch darauf.

Wir möchten uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten bei Ihnen entschuldigen.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag und stehen Ihnen bei weiteren Fragen jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Elli Service Team

Ich weiß schon, warum ich meine EnBW-Ladekarte lieber als die von Skoda nutze… ihr jetzt wohl auch, was?!
Ach so, falls ihr nun Fragezeichen seht: Elli ist eine weitere VW-Firma, die das ganze Kartenmanagement für alle Konzernmarken zum Thema E-Laden unter sich hat. Ungefähr genauso kompetenzlos wie CARIAD…!!!

Schaffen sie es in Wolfsburg noch?

Ich bin genervt. Wir reden nicht um eine Wandlung des Fahrzeugs, weil die gelieferte Farbe nicht der Farbkachel, 7,5 auf 7,5 cm im Hochglanzprospekt entspricht. Ich will einfach mein zu Unrecht eingezogenes Geld wieder haben, über den Daumen, etwas über 11 Euro.
Aber das ist wohl zu schwer für die diversen Mitarbeiter, die sich in diesem Vorgang austoben und ihre komplette fehlende Kompetenz unter Beweis stellen können.
Wundert mich nicht, dass ein VW-Werk aktuell keine E-Motoren für die komplette Gruppe bauen kann, wenn die einfachsten Prozesse selbst im Kleinen nicht innerhalb weniger Stunden – oder maximal fünf Werktage, ich rede ja noch von VW! – erledigt sind.
Zur Zufriedenheit der Kunden!
Unfassbar, wie viel Unwille, Inkompetenz und null Verfügungsfreigaben den Kundenbetreuern hier gegeben wird!
Ich möchte nicht wissen, wieviel Aufwand in der Konzernbilanz mein Vorgang macht, weil keiner entscheiden darf, oder schlimmer, will.
Und ich immer und immer wieder schreiben werden. Auch merkt man anhand der Aussagen, dass hier keiner im E-Zeitalter angekommen ist: „Dies wird einige Tage dauern, sobald uns der Nachweis des Stationsbetreibers vorliegt“.
Da mir der wesentlich vertrauenserweckende und zugesagte Rückruftermine einhaltende Regensburger Stationsbetreiber hier schnell „geliefert“ hat und mir auch mitgeteilt hat, dass die Logs nun dem Kartenanbieter vorliegen, sucht VW/Elli/Skoda seit meiner E-Mail mit vereinten Kräften diese lächerliche Abrechnunung.
Tag und Nacht, in Absprache mit dem Betriebsrat wahrscheinlich auch an den Wochenenden. Nur Feiertage hat ihnen der BR nicht freigegegen, sonst wäre mein Geld wohl schon da. Doppelt und dreifach, statt dieses Aufwands!

Die letzte Mail hierzu ist also vom 10.11.2023. Das bedeutet für mich, eine Woche vor Weihnachten erneut nachzufassen, dann aber ein wenig forscher und beleidigender zu werden, da ich nicht hier bin, um beliebt zu sein und auch nicht, um untergehenden deutschen Automobilkonzernen vom alten Schlag dauerhaft und kostenlos Kredit in zweistelliger Euro-Höhe zu gewährleisten. Aus! Dafür nehme ich im Falle einer endlichen Rückzahlung auch ein startendes Insolvenzverfahren gegen VW in Kauf, Hauptsache, meine Kohle ist endlich wieder da!

Bin gespannt, was ich euch dann als nächstes berichten kann!


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