Mein kurzes Gastspiel mit HappyBrush – und warum ich es nicht empfehlen kann!

HappyBrush, wohl bekannt aus einer TV-Serie, in der StartsUps um Investoren pitchen, legt aktuell werbetechnisch voll vor: 800 Punkte bei Payback, wer in einer Drogerie kauft. Und parallel noch kurz im Sonderdeal eines Telekommunikationsanbieters: mit Gutschein, Versandkosten-frei, keine 35 Euro. Starterpaket inkl. Zahnpasta. Trotzdem wurde das Teil bei mir keine zwei Tage alt… und: von meiner Seite keine Empfehlung, egal wie günstig.

Happy Brush StarterSet: Zahnbürste, Kopf, Zahnpasta - Quelle: happybrush Webseite

Happy Brush StarterSet: Zahnbürste, Kopf, Zahnpasta – Quelle: happybrush Webseite

Marketing meets Startup: von der Webseite bis zum Versandkarton und der hochwertigen Verpackung: man kann sich über Erstkontakt bis Auspacken nicht beschweren. Das Auge kauft eben mit. Allerdings fängt bei den Details langsam die kognitive Dissonanz an – und damit eben der Zweifel, ob der Kauf, sei er noch so günstig, der richtige war. Aber nun der Reihe nach:

Da war er, der aktuelle Megadeal. Nicht nur 800 Punkte Payback (=8,00€), sondern ganze 14,99€ Sofortabzug vom Bestellwert. Und, neben einigen anderen Punkten, die happy brush noch so bietet, überzeugten mich die angebotenen 100 Tage Rückgaberecht. Also: so günstig kommt man an keine rotierende Zahnbürste, also: bestellt. Zwei Tage später war das Kit dann da.

Und wie immer: die erste Ernüchterung. Das Handbuch ein – in passender CI – gehaltener Miniflyer. Da dieser nicht annähernd alle meine Fragen beantwortete, eine weitere Suche – und siehe da: es gibt ein Mini-Booklet. Es beantwortet immerhin die Frage, wie lange die Bürste erstmalig laden muss: 16(!) Stunden.

Durch das komplette Zerlegen der Verpackung, um an das Booklet zu kommen, bemerkt ich, dass das empfohlene Zubehör, eine Reisetasche für 10€, nicht eine schönere Variante der mitgeschickten ist, sondern notwendiges Zubehör: die Zahnbürste kommt nämlich nur mit einem Kopf, Netzteil, Kabel und der Lade-/Standstation.

Sonst beantwortet die Anleitung lapidar die Putzweise: und hier beginnen meine Zweifel. Eine mit 8.000 Umdrehung „pulsierende“ Bürste am Zahnfleisch anzusetzen, ich weiß ja nicht. Man reinigt sein Silberbesteck ja auch nicht mit der Flex…

Sonst erfahre ich nur noch, neben den Reinigungshinweisen, dass die Bürste Normal, Pulsierend („Tiefenreinigung“) und Sensitive putzt, mit welchen Zeitintervallen der einzige Button was auslöst und wie ich sie entsorgen soll.

Nach zwei Reinigungen, selbstverständlich mit der mitgelieferten Zahnpasta, die neben dem klassischen Minzgeschmack auch einen „Wirkstoff“ aus Kaugummis enthält, dem tatsächlich positive Effekt auf die Zahnhygiene zugeschrieben werden, ist mein Ergebnis klar: Das Teil geht zurück.

Da ich beim oberflächlichen Durchsuchen der Seite nicht fündig wurde, gab es eine Mail an den Service, der sich ja so freut, von mir zu hören. Und da ich es schnell hinter mich bringen wollte, da die Bitte nach Feedback kommen würde, habe ich meine vier Punkte gleich in die Anfrage nach dem Ablauf der Rücksendung inkludiert:

„1. Befürchte ich, dass die Kombination aus Drehgeschwindigkeit und dem Kopf mehr Schaden am Zahnfleisch anrichten kann, als es Plaque entfernt.
2. Auch spielt hier mit ein, dass das Handstück selbst keinen Sensor für zu festes Andrücken besitzt und Eure Köpfe zu wenig nachgeben, um zu viel Druck zu reduzieren.
3. Am meisten enttäuscht bin ich mit der Reinigungsleistung selbst: mag sein, dass der Zahn sauber ist, was die Bürste und die Köpfe aber nicht schaffen, ist die seitlichen, nach hinten verlaufenden, Zahnzwischenräume sauber zu putzen und sauber zu halten.
4. Ich hatte vor Jahren eine Braun mit ähnlichem Aufbau – allerdings war hier der Timer ein separates Gerät, dass durch Batterie betrieben wurde. Da ich der spärlichen Anleitung entnehmen kann, dass die Zahnbürste geladen drei Wochen durch hält, bin ich nicht bereit, für die Timer-Uhrzeit-Anzeige die Ladestation dauerhaft mit einem Netzteil am Strom zu halten – oder den Akku zu ruinieren, in dem ich nach jeder Nutzung die Bürste zum erneuten voll-laden wieder in die eingesteckte Ladestation stelle.“

Und bevor der informierte Zweifler nun sagt, hättest Du halt die Schallzahnbürste von happybrush gekauft: gucke Dir test-Heft 11/2017 an, im Zahnbürstentest wurde diese: letzte. Mit wirklich schlechter Bewertung.

 

Kurz gesagt: hätte ich noch nie vorher eine Zahnbürste dieser Art gehabt, ich bin mir bei dem Handbuch sehr sicher, dass ich nicht verstanden hätte, wie man von normal auf sensitive oder auf polieren umschaltet. Auch ist der Vorschlag, wie man mit der Bürste putzen soll, zu primitiv. Auch ein „Zahnbürste in den Mund stecken“ könnte mit ein bisschen Glück zu ähnlichen Resultaten führen.

Und jetzt guckt Euch nochmal das Foto zu dem Beitrag an: seht ihr ein Kabel, dass zur „Basisstation“ führt? Oder sonst irgendwo auf den großen Produktbildern? Siehste – brauchste aber, sonst geht da nix! Klar, Laden – Kabel. Aber Uhrzeit bzw. Putztimer? Dafür die ganze Zeit einen USB-Netzstecker am Strom halten? Nicht wirklich, Leute!

Nun sei doch alles gesagt, oder?
Ich sage es mal so: nicht zu happybrush… zwar nur eine Kleinigkeit, diese machte aber bei mir die ganze Erfahrung kaputt. Ich habe zwar anstandslos den Link zur kostenlosen Rücksende-Etikette bekommen… aber dann:

2018-06-23_15h12_00.png

Wirklich? NOCH MEHR?

Ich bin zwar mit meiner Philips-Schallzahnbürste auch nicht (mehr) zufrieden (dazu kommt noch ein eigener BlogPost!), aber in der Welt der schnell drehenden und damit auch das Zahnfleisch „angreifenden“ Bürstenzahnbürsten bin ich definitiv nicht zu Hause.

Und bei Euch so? Hat jemand die Bürste vor kurzem erworben und ähnliche oder positive Erfahrungen gemacht? Ich freue mich auf Eure Kommentare und Diskussionen hierzu!

 

 

 

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Über aviationsteve

...eigentlich bin ich ganz anders, ich komm' nur so selten dazu... Private Pilot, AZF included.

Veröffentlicht am 25. Juni 2018, in Tagtägliches. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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