Es gibt nichts Schöneres, als im Winter zu fliegen! Die Welt sieht, auch dank Eis und Schnee, was wir dieses Jahr endlich wieder über ein paar Wochen genießen konnten, ganz anders aus.
Also nicht nur an die Navigation, die aber komplett an GPS mittlerweile delegiert wurde, werden besondere Anforderungen gestellt.

Gehen wir es mal durch:
1. Hangarieren: Glück, wenn du die Maschine nicht von Eis und Schnee entfernen musst, weil sie auf dem Vorfeld steht oder vergessen wurde. Im geschützten Hanger loslegen zu können, wird dir genug Kälte um die Ohren und Finger geben.
Nicht nur Prüfung der Beweglichkeit, auch Prüfung, dass keine Eisbildung an vitalen Teilen, z.B. Pitot-Rohr, sich gebildet haben. Gerne 2x die Klappen fahren, um sicher zu sein, dass dort durch die Kälte und nun Bewegung Blitzeis seinen Spaß hat. Bremsen prüfen! Gerne mehrfach!
Und wenn ihr die Maschine aus dem Hanger gezogen habt, nicht das Tor offen lassen, wenn ihr testet, ob der Motor anspringt… Ihr habt das Bild. Im Winter ist eine Checkliste noch penibler abzuarbeiten, auch wenn ich zitternd und frierend im Cockpit sitzt und hofft, dass die Heizung anspricht – Apropos, Defekte an der Heizung nicht auf die leichte Schulter nehmen!
2. Tanken: Es wird nicht wärmer! Handschuhe! Auch hier, wie auf dem Weg zur Tanke immer wieder prüfen, dass alle Steuereingaben wirklich und in vollem Umfang ausgeführt werden. Quietsch oder reibt sich irgendwo was? Das verliert sich in der Luft definitiv nicht, also am Boden in Ruhe suchen!
Drainen gut durchführen und auch in den Tank leuchten, ob da „was schwimmt“…
3. „Finales Rollen und Abflugvorbereitungen: Dies ist deine letzte Chance, am Boden noch Pleiten, Pech und Pannen loszubekommen. Ziehen und drücken alle Ruder, auch die Füße? Läuft der Prop rund, zeigen die ersten Instrumente endlich in den – unteren – Bereich? Geht beim Abmagern der Motor auch wirklich nicht aus? Funk geht? Knirscht nichts an den Flaps? Oder schneit es wieder und du musst nochmal raus und die dünne Schichte von dem Flieger holen?
4. Abflug – und auch Anflug: Gehe immer davon aus, dass es in irgendeiner Art „rutschig“ wird. Also langsam Gas rein und auf eine Kurzstart-Nummer einstellen. Daher: KEIN EIS UND SCHNEE mehr auf dem Flieger! Ich bin nach wie vor ein vorsichtiger Flieger, daher wenn es jetzt „richtig“ zu scheien beginnt, ist das ein Abbruch!
5. Reiseflug: Dank Navi und weitere Hilfsmittel solltest du, wenn auch nicht unbedingt von Südsee-Temperaturen umgeben, einen gigantisch geilen Flug haben. Null Turbulenzen, Sicht von Pohl zu Pohl und mit viel Glück: Sonnenschein!
6. Anflug: Drehen wir es um: Nach Checkliste und dank der Thermik liegst du wie ein Brett in der Luft. Egal wie lang die Piste ist, deren Zustand sich seit deinem Abflug hoffentlich nicht verschlechtert hat – sonst heißt es unter Umständen, Ausweichplatz anfliegen, der hoffentlich bessere Bedingungen bietet, lade so früh wie möglich. Wenn, z.B. durch Sonne ein wenig Schnee geschmolzen ist dieser „Fleck“ jetzt im Schatten liegt, hast du schnell eine B-Note des Lagschlitterns der Landebahn und umliegende Rand“bebauungen“…
7. Idealerweise hat es nicht geschneit, keine Raureif oder Eisansätze, dann nach Checkliste hangarieren. Denk an die Fußmatten, der nächste Pilot freut sich, wenn diese nicht ein Stück Eis sind, die im Form nicht mehr zu gebrauchen sind, bis die Temperaturen steigen. Und: Batterie und Lichtmaschine nicht vergessen!
Meine Aufzählung ist weder komplett noch ersetze ich eine Checkliste –

