Warum mein Caya-Post-Scan-Erlebnis nun ein abruptes Ende fand – und wie ich es abschließend bewerte…

Ich hatte Euch ja vor einiger Zeit den Dienst Caya vorgestellt, der Eure Post digitalisiert und sie Euch entspannt und übersichtlich zur Verfügung stellt. Auch habe ich den einen oder anderen Nachteil, zum Beispiel die falsche Auswahl des Abos und damit verbundene hohe Kosten, erwähnt. Nun denn ist es an mir, Euch auch mitzuteilen, dass ich das Angebot, das ich eigentlich ein Jahr in Ruhe testen und im Detail probieren wollte, mittlerweile abgebrochen und den Nachsendeauftrag storniert habe… nur: Warum?

Caya - digitalisiert Deine Briefpost / Bild-Quelle: getcaya.de

Caya – digitalisiert Deine Briefpost / Bild-Quelle: getcaya.de

Eine kurze Webrecherche, bevor ich mich für Caya entschieden habe, war eindeutig: es gibt Caya und es gibt die Deutsche Post. Einen weiteren Anbieter, der meine Post digitalisieren kann, gibt es nicht. Und da ein Preisvergleich schnell erledigt war, stand mein Gewinner fest: 24,99 verlangt die Deutsche Post – allerdings inklusive einem flexiblen Nachsendeauftrag und auch inklusive der Kosten, die Originale zuzustellen – an eine Packstation, Wunschadresse oder eben doch wieder zurück nach Hause. Weitere Tarife? Fehlanzeige.

Caya dagegen bietet private und geschäftliche Preise – und die privaten beginnen ab 2,99€ – allerdings zuzüglich den Kosten für einen Nachsendeauftrag, der Deine Post dann direkt an Caya zum Scannen schickt.

Wie ich in meinem ersten BlogPost zu diesem Thema schrieb, sei bei Caya aber der Tarif wohlweislich gewählt: zu viel wird ganz schnell zu teuer – und zu wenig eben auch.

Und trotz meiner anfänglichen Begeisterung habe ich Ende August den Service für mich storniert und auch den Nachsendeauftrag restlos abbestellt. Damit habe ich den Dienst gerade mal etwas über zwei Monate getestet – und war mir dann zum Schluss trotzdem sicher: technisch geil, aber nichts was den Alltag leichter macht!

Warum nur? Ich will Euch meine Gründe geben:

Das größte Manko ist die Deutsche Post selbst!
Bis nach dem Nachsendeauftrag die erste Post digital in meinem Caya-Postfach gelandet ist, dauerte es teilweise bis über sieben Tage! Ich habe ja noch gewitzelt, dass der Briefträger die morgens noch mitnimmt, dann vor Ort feststellt, dass es mir ernst mit dem Nachsendeauftrag ist und sie dann abends erst an meine Adresse in den Nachsendeaufzrag weiter leitet… Anscheinend ist diese Vermutung nicht weit weg von der Realität!

Mit wenigen Ausnahmen habe ich den durchschnittlichen Brief mit Minimum drei und auch mal bis zu zwei, ja ZWEI Wochen „Verspätung“ erhalten. Da die gelben Nachsende-Etiketten der Post hier mit dem Datum geizen, muss ich mich auf die Infos verlassen, die mir Caya hier zur Verfügung gestellt hat – aber warum sollte meine Post hier bis zu zwei Wochen vor einem betriebsbereiten Scanner liegen bleiben?

Bei zwei Briefen habe ich es deutlich gemerkt: Datum des Schreibens, Versand einen Tag später – und knapp zwei Wochen geht es bei Caya und, um eine Stunde später in meiner Inbox als PDF zu landen… so habe ich mir das nicht vorgestellt!

Scheint so, als hätten wir in Deutschland infrastrukturell nicht nur ein Internet-Problem…

Diese endlose Verzögerung, die einzig durch den Nachsendeauftrag und das Service-Verständnis der Deutschen Bundespost zu tragen kommt, war für mich an sich der ausschlaggebende Punkt, den Dienst zu beenden. Da sammelt sich lieber die Post zu Hause im Briefkasten, als dass sie zwei Wochen durch die Republik geistert, bevor sie mich dann irgendwann und irgendwie erreicht.

Aber auch Caya hatte ein wenig mit Schuld: und ich verweise auf meine eigene Aussagen: man wähle den Tarif weise, um nicht mehr Lehrgeld zu zahlen, als es wert ist. Und genau das entpuppte sich auch als mein Problem!

Allerdings würde ich trotz alledem, nicht mehr bezahlen, als den Tarif „Minimalist“ mit 2,,99€/Monat – irgendwie ist der Dienst aus meiner Sicht nicht mehr wert. Liegt vielleicht auch daran, dass ich seit Jahren einen Hochleistungsdurchlaufscanner mein Eigen nenne, und weiß, wie schnell Zeitschriften, Post und Papiere digitalisiert und mit automatisierter OCR, also Umwandlung von Scan in durchsuchbaren Text, fertig als PDF nach einer vorgegebenen Namensregel auf meiner Festplatte landen können.

Auch muss ich gestehen, dass ich völlig unterschätzt habe, wie viel Post man dann trotz des gescannten PDFs noch im Original benötigt. Und da machte mir nun meine Tarifauswahl einen teuren Strich durch die Rechnung.

Da sich der Tarif „Minimalist“ jeden Versand, egal ob Postkarte oder einen dicken Stapel Unterlagen, immer als Paket-Sendung zahlen lässt, auch wenn die Lieferung nicht an die ursprüngliche Adresse geht, wurde der Service schnell teuer auf der einen und uninteressant auf der anderen Seite.

Auch waren meine Erwartung ein wenig zeitnaher als der Nachsendeauftrag erfüllen konnte. Gut, dafür kann Caya eher nichts, aber es ist nun mal ein zentraler Bestandteil des Gesamtdienstes, der hier nicht reibungs- bzw. verzögerungsfrei funktioniert und sich somit nachteilig auf das komplette Produkt auswirkt.

Jetzt kann man sagen: selber schuld, Du hast es doch im letzten Blog extra noch geschrieben, muss ich zugeben: das stimmt. Allerdings wäre mit der Service im Monat keine 10 Euro wert, da sich das mit meinem Aufkommen einfach nicht rentiert.

Schade auch, dass Caya die Nachsendeaufträge nicht als Business-Tarif bucht, dann müsste man den nicht unter Verlust der restlichen Zahlung stornieren und erneut bestellen, sondern Caya könnte diesen einfach auf die andere neue Anschrift umschreiben…

Daher, meine finale Bewertung:

Juhuuuu: Nach wie vor eine geile Sache, Post umleiten zu lassen, um sie gescannt zu bekommen. Von den Preismodellen flexibler als das einzige Konkurrenzangebot von der Deutschen Post.

Buuuuh: Enttäuschung pur! Was hilft mir der beste Service, wenn der Nachsendeauftrag das große Bottleneck ist, und manche Sendung auch mal bis zu zehn und mehr Tage unterwegs sind. Klar verstehe ich, dass Caya auch zum Selbstschutz alles versichert verschickt, aber eine günstige Alternative an Drittadresse wäre wünschenswert.

Clou: Ich bin raus. Falscher Tarif, wobei der nächstgrößere von den Kosten für mich nicht in Frage kommt. Erwartungen und Umsetzung treffen nicht meine Vorstellung. Dafür nehme ich auch die sunk-costs des ersatzlos abbestellten Nachsendeauftrags in Kauf.

Und bei Euch so? Nach meinem ersten Beitrag mal bei Caya nach gesehen – und dann gebucht? Oder lieber nicht? Was waren und sind denn Eure Gründe? Oder habt ihr den oder einen anderen Service schon mal gehabt und wart super zufrieden oder habt auch vorzeitig das Handtuch geworfen? Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen!


Meinen PodCast abonnieren: | direkt | iTunes | Spotify | Google |

Über aviationsteve

Steve ist glücklicher Inhaber eines Diploms (FH) für Betriebswirtschaftslehre sowie einer europäischen Pilotenlizenz und hat breite Branchenerfahrung in den Bereichen Aviation, Vertrieb, Marketing, Kommunikation, Pressearbeit und Social Media. Er schreibt in diesem Blog, den er ebenfalls als PodCast spricht und veröffentlicht, über Technik, Sicherheit, aktuelle Themen und Buzzwords. Einen Schwerpunkt, den er mehr und mehr ausbaut, obwohl der dieses Thema niemals beruflich machen würde, sind Human Relations Themen.

Veröffentlicht am 19. September 2019, in Intelligentes Spielzeug, Tagtägliches. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: