Philips Hue – nette Idee, wenig Innovation, nicht zu Ende gedacht und das für teuer Geld – keine Kaufempfehlung!

Nüchtern betrachtet ist der Preis, und sei es nur für eine Nachkaufbirne eines Drittanbieters, eine Unverschämtheit und sollte einen davon abhalten, ein Philips HUE oder ein ähnliches System zu kaufen. Was aber, wenn ein sponates Prime-Angebot es tatsächlich für den Moment preislich interessant gestaltet und die amazon Alexa-Integration ihr übriges tut? Na, dann testen wir eben mal, ob HUE Daumen hoch oder runter bekommen… 

Philips Hue Starterset - Mist, angefixt... // Quelle: amazon.de

Philips Hue Starterset – Mist, angefixt – aber wenig begeisternd…! // Quelle: amazon.de

Auch hier ist wieder das wichtigste eine eigene Basis, die per Funksignal die Birnen anspricht. Die hue entspricht, bis auf die Größe, dem Bild oben – allerdings ist hier schon der erste Nervfaktor: Philips, völlig unverständlich, schafft es (so in einem Forenbeitrag auf der hue Produktseite zu googlen) seit über einem Jahr nicht, ein Update zu liefern, damit man die drei kleinen blauen LEDS (Ethernet geht, Funk geht, Internetzugriff geht) und die völlig überflüssige blaue Beleuchtung rund um den Druckknopf deaktivieren kann. Beste Tipps in dem Forumpost, nachdem die beiden Hue-Kundenberater von ihren Gesprächen mit den Programmierern wohl nicht mehr lebendig zurück gekehrt sind: farbiges Klebeband. Internet und Neuland, willkommen in Deutschland mit einem niederländischen Produkt.

Auch die Einrichtung gestaltet sich nicht ganz so intuitiv, wie der Schülerausweis große, durchgehend nur bebilderte Flyer vermuten lässt. Das hue selbst wird eingesteckt und geht mit viel Glück online. Schade, dass Philips (wohl für viel Geld) das kürzeste Ethernet-Kabel der Welt beilegt. Dann heißt es, über die zu installierende App (Android, Apple) einen Account anlegen und die hue damit verbinden. Wenn das ein, zwei oder vier Versuche braucht, scheint das normal zu sein.

Danach einfach die Birnen einschrauben, anschalten – und die Suche über die App starten. Schon hat die hue die Birnen.
Mir fehlt eine Angabe im Verkaufsprospekt nach der hue-Basis-Reichweite und eben auch durch Wände hindurch. Das hat einen praktischen Grund: im Nebenraum, an der Decke habe ich 3x GU10-Spots verbaut, wobei der hinterste immer mit leichter Zeitverzögerung zu den anderen schaltet… Defekt oder Reichweite?

Aber ab jetzt wird es komplexer – und undokumentiert. Wenn man die Birnen/Spots nicht unbedingt alle einzeln ansprechen will, müssen diese nun zu Gruppen zusammen gefasst werden. Schade, dass die bemalte Anleitung einen hier nicht weiter hilft. Kleiner Trick: Wer eine, meist nur „hue Modell Ziffer“-benannte Birne in dieser Übersicht berührt, bringt diese für eine Sekunde zu einem „Blitzbrennen“, so lässt sich feststellen, welche Birne welche ist. Und im Nachgang lassen sie sich dann auch gleich im zweiten oder dritten Anlauf individuell Benamen.

Sind dann die Gruppen, z.B. zwei oder drei Spots für den Strahler im Raum nebenan, eingerichtet, lässt sich über die App per klassischem Regler ein- und ausschalten. Mit ein bisschen Umweg lassen sich aus der Gruppe heraus auch nur eine Lampe schalten – zwei von drei ist mir ohne Neugruppierung nicht geglückt. Auch hier: Philips! Nachbessern!

Wer jetzt neben Uhrzeiten- und Geo-Location-Steuerung noch mehr will, sollte ein amazon Echo zu Hause haben – dann geht auch… na ja… nach weiterer undokumentierter Arbeit die Sprachsteuerung, die Licht bringt.

Also: amazon Echo App, Skill „hue“ installieren. Nach neuen Geräten suchen lassen, Gruppen erstellen und benennen. ACHTUNG: DIESER Name (nicht der in der hue-App) steuert per Sprache dann das Licht. Blöd nur, wenn Bad schon von einem anderen Skill belegt ist – dann kommt da Musik, aber kein Licht… also, Achtung!

Wer es bis dahin geschafft hat ohne das Zeug, alleine wegen den Kosten, wieder einzupacken und zurück zu schicken, hat nun eine Lichtlösung, die per App und Sprache steuerbar ist. Aber, wie gesagt, zu einem heftigen Preis und von einem Anbieter, der mit Updates spärlich und dem Userverständnis ignorant bis nicht vorhanden agiert.

 

Mein Urteil:
Wenn Du ein Nerd bist und Geld rumliegen hast, kannst Du es Dir überlegen. Aber ganz ehrlich: Licht an per App, geht es NOCH langweiliger? Da kann ich gleich beim bestehenden Lichtschalter bleiben (was, oh Wunder, natürlich auch geht, wenn sonst gar nichts mehr geht!). Und das hässliche Plastikteil mit Selbstklebefolie von hue, für teuren Aufpreis? Niemals, lieber schicke ich alles wieder zurück!

Tja… zur Sprachsteuerung… die ist eben nur so gut, wie Alexa nun mal ist… meine Schätzung ist, dass 70% der Befehle klappen und wahlweise Licht, gedimmtes Licht oder farbliches Licht in dem gewünschten Raum angeht – wenn nicht nur „an“ sondern auch die entsprechenden Ergänzungen „verstanden“ werden. Dazwischen kommen die Standard-Alexa-Infos: Ich habe Dich nicht verstanden, Das geht mit XXX so nicht, <Raumname> konnte nicht erkannt werden, etc. Kann also gut sein, dass man nachts auf einem „Spaziergang“ durch die Wohnung auch die Freude der Nachbarn auf sich zieht, wenn man zum dritten Mal um Licht im Bad zu Alexa schreit…

Nicht beurteilen kann ich den Stromverbrauch der einfach nur schweineteuren Birnen. Es sind zwar alles irgendwie Energy Safer – aber… ob das so wirklich stimmt, lasse ich mal dahin gestellt, da ich es aktuell nicht prüfen kann. Wenn die Aussagen aber so zutreffend sind, wie die Einrichtungsanleitung und die Forenposts der hue-Mitarbeiter stelle ich die Angaben und die Klassifizierung der Birnen ernsthaft in Frage!

 

Aber nun zu meinem Urteil:

  • Noch eine Basisstation mehr, bei der Philips es trotz umfangreichem hue-Foren-Beiträgen (den lästigen „User Requests“) nicht geschafft hat, die sinnlosen blauen hue-Status-LEDs deaktivierbar zu machen: MINUS. DICKES MINUS!
  • Birnen und LED-Spots alle dimmbar, die LED-Spots sogar mit farblicher Varianz – aber zu einem absolut unverschämten Preis! (Birne ca. 25€, 2xLED Spot 55€, hässlicher Klebeband-Plastikschalter ca. 25€): MEGADICKES MINUS!
  • (Unfreiwillige?) Möglichkeit, weitere zigbee-kompatible und wesentlich günstigere Leuchten (z.B. von innr) nachzukaufen und mit dem hue problemlos bedienen zu können: POSITIV.
  • Alexa-Unterstützung, wenn auch mit Macken und Missverständnissen: NERDIG, leider nicht überlebenswichtig.
  • Schlechte App mit Fehlern und absolut null Flair zur Lust auf Bedienung des Lichtes um Haus: NEGATIV.

Strich drunter:
KEINE KAUFEMPFEHLUNG!!!
App enttäuschend, wichtigste und selbstverständliche Bedien- und Einstellungspunkte fehlen. Seitens Philips keinerlei Updatewillen hierfür. Wenigstens kein proprietäres Eigenformat für den Funk, zigbee ist offen und kann auch über z.B. einen Raspi für wenig Geld gebaut werden – und öffnet vor allem Drittanbieter-Hardware für weniger Geld die Tür. Trotz absolut geil-nerdiger Sprachunterstützung durch Alexa: spart Euch das Geld für hue, guckt auch die Lösung z.B. von innr an – oder bleibt „kabelgebunden“ bei den Schaltern, die bereits in der Wand installiert sind – günstige Energiesparlampen ohne „Extras“ hat Euer Baumarkt im Angebot…

Über aviationsteve

...eigentlich bin ich ganz anders, ich komm' nur so selten dazu... Private Pilot, AZF included.

Veröffentlicht am 1. September 2017 in amazon, Android, Intelligentes Spielzeug und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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