Service-Test: Wenn Du Deine Hotelanschriften besser kennst als Deinen Erstwohnsitz – wie kann Dich dann Post pünktlich erreichen?

Es gibt so Momente im Leben, wo einem das Gesetz den Status „Erstwohnsitz“ an sich aberkennen würde – man aber aus Mangel einer Alternative weiter wohnen bleibt, wo man gemeldet ist… aber eben nur auf dem Papier. Wo man die Kundenkartennummer der diversen Hotelketten, welche nun das zweite Zuhause sind, einem eher in den Sinn kommt, als die Postleitzahl des eigentlichen Wohnsitzes. Und wo man mehr Zeit im Flieger und in der Bahn verbringt, als man das letzte Mal im heimischen Wohnzimmer vor einer nagelneuen Netflix-Serie gesessen ist. Aber, trotz alledem, gibt es ein kleines Problem: wie komme ich zeitnah an meine Post?

Caya - digitalisiert Deine Briefpost / Bild-Quelle: getcaya.de

Caya – digitalisiert Deine Briefpost / Bild-Quelle: getcaya.de

Da ist es also, das neue Projekt. Anfangs geht es um ein paar Manntage vor Ort, der Rest kann flexibel „von der Straße“ aus gemanaged werden. Doch dann, entweder, weil man positiv auffällt und ein paar „Module“ extra on Top kommen oder es schlagartig kippt und man einen Feuerwehreinsatz mit viel Präsenz vor Ort hat: man kommt einfach nicht mehr so oft nach Hause.

Und wenn man dann drei, vier Wochen später das erste Mal wieder zu Hause ist und seinen Briefkasten öffnet, kann es sein, dass die #StasiGEZSteuer schon den Mahnlauf des, meiner Meinung nach gegen diverse Gesetze und Regelungen verstoßenden sowie Markt-verzerrenden, GEZ-Zwangsbetrag, den eine privat organisierte Blackbox eintreibt, gestartet hat. Und das wird teuer. Und sicherlich ist die eine oder andere Rechnung, die man definitiv, wie eben die #StasiGEZSteuer, niemals auf anderem Weg als auf Rechnung gegen Überweisung zahlen würde, auch schon leicht überfällig. Oder das eine oder andere Abo hat wegen fehlender Zahlung eine „kleine Zwangspause“ eingelegt. Oder oder oder…

Wie also ein paar Wochen unterwegs sein und die wichtigste, oder eben im Idealfall, die komplette Post erhalten? Ein Nachsendeauftrag ist, wenn man sich für die Projektlaufzeit nicht dauerhaft wie Udo Lindenberg in einem Hotel einnisten möchte, eher keine Alternative. Den Nachbarn oder Vermieter um Leerung und tägliche Calls zur Postdurchsicht zu bitten klappt auch nicht in jeder Lebenslage. Einen persönlichen Assistenten einzustellen, der den Weg macht, Pakete noch von der Post und Hermes abholt und nur so mit Vollmachten ausgestattet ist, ist nun mal eine Kostenfrage… also… wie komme ich fern ab der Heimat an meine Post?

Die Lösung ist so nah, man glaubt es kaum. Und wer die Goldkantenlösung der Deutschen Post außer Acht lassen möchte, findet sofort einen weiteren Anbieter, der sich auf das Digitalisieren Eurer Post spezialisiert hat: Caya.

Was steckt dahinter?
Ihr bucht über die Post oder eben im Paket bei Caya einen Nachsendeauftrag. Dieser schickt Eure gesamte Briefpost, ohne Zeitschriften, Zeitungen, Päckchen und Pakete, also wirklich nur alles, was die Post auch zu Euch in den Briefkasten wirft, zu Caya. Diese öffnen eure Post und und werfen sie auf einen Scanner – schwupps ist Deine Post digital. Und so stellen sie sie Dir in der App oder online in Dein Caya-Postfach: gescannt, durchsuchbar – und seit ein paar Tagen auch sofort mit einem Mausklick über Dein Online-Konto überweisbar.

Caya Privat Tarife - drei einfache Modelle, trotzdem sei weise gewählt! / Bild-Quelle: getcaya.de

Caya Privat Tarife – drei einfache Modelle, trotzdem sei weise gewählt! / Bild-Quelle: getcaya.de

Und, wer den Service nutzen will, kann sich in unter fünf Minuten anmelden: Webseite aufrufen, Nutzerkonto anmelden, Tarif wählen – dazu gleich mehr – und wahlweise mit der dann „neuen“ Berliner Anschrift selbst oder über Caya gleich noch einen Nachsendeauftrag buchen. Die Preise hierfür sind identisch mit denen der Deutschen Post, nur dass dann Caya sicher stellt, dass neben der neuen Anschrift auch Deine „Caya-Postfach-Nummer“ in die entsprechende Empfängeranschrift kommt, und zwar fehlerfrei.

Fertig. Die Post bestätigt Dir dann ein paar Tage später, ab wann der Nachsendeauftrag greift – und los geht es. Aber Achtung: die Deutsche Post braucht MINIMUM zwei Wochen Vorlauf, egal ob Du oder Caya den Nachsendeauftrag stellst.

Ich würde, alleine aus der Bequemlichkeit und dem Zeitgewinn, die App empfehlen. Eine Push-Nachricht meldet sich, wenn neue Post eingegangen ist. Du kannst diese dann zur Kenntnis nehmen, archivieren (also, raus aus dem Posteingang) oder für eine Zusendung markieren. Und klar, in den Papierkorb verschieben.

Und jetzt kommt es auf Deinen Tarif an:
Post, die Du in den Papierkorb legst und nicht zur Zusendung des Originals makierst, wird nach drei Monaten kostenlos aber unwiderbringlich geschreddert. Daher: denk daran, Deinen Posteingang bei Caya zu sichten – im Projekt und auf der Straße sind drei Monate im Nu vorbei und Deine Post nur noch als Scan verfügbar!

Im Minimalist solltest Du Dir die Nebenkosten ansehen: Du hast hier keine quartalweise automatische Nachsendung Deiner Post. Hier wird geshreddert, was nicht separat als Nachsendewunsch markiert wird. Und dieser kostet Dich, da Caya davon ausgeht, dass Du diese Sendungen an Deine Heimanschrift haben willst, als Paket (rund 6€) mit einer Bearbeitungspauschale von etwas unter drei Euro vorbereitet und versandt. An sich clever: Pakete werden vom Nachsendeauftrag ignoriert und erreichen Dich daher immer unter Deinem Erstwohnsitz… wenn sie jemand in Empfang nehmen kann…

Die Details der drei privaten und auch der verfügbaren Business-Tarife unterscheiden sich, wie ihr oben auf dem Screenshot von der Webseite sehen könnt, in Preis und dafür gebotener Leistung. Auch fordert Caya von Euch „Fairness“ ein – den Minimalist buchen und die Post einer Firmenniederlassung weiter leiten lassen, wird nicht gut gehen… Ihr habt das Bild, was geht und was nicht – und Caya erklärt es ja auch nochmal auf der Webseite.

Aber nun, wie ist es in der Praxis so?

Ich habe den Service, weil ich es eine total geile Idee finde, gebucht. Die Buchung ist einfach, sollte irgendwas nicht passen in Euren Angaben, meldet sich Caya bei Euch. Ich habe daher auch, damit das Timing passt, den Nachsendeauftrag über Caya gebucht.
Erste Enttäuschung: Caya kostet und läuft ab Abschluss, mein Nachsendeauftrag hat, auch wie mir die Post entschuldigend in dem Nachsendeauftragsbestätigungsschreiben mitgeteilt hat, erst drei Wochen später funktioniert.

Und dann heißt es: Geduld haben. Klar, VOR Buchung des Dienstes kam massig Post – und dann saß ich wo auch immer ich sein wollte und es wollte partout keine Post kommen. Also schickte ich mir selbst eine Postkarte – und die zweite Ernüchterung. Postkarte plus drei Tage Versand per Gesetz und weitere zwei Tage, bis sie in meinem digital gescannten Caya-Posteingang landete.
Also, ein gewaltiger interer Zeitverlust dank der Nachsendung der Post und auch noch gut ein oder zwei Tage, die Caya gebraucht hat, bis sie meine Karte gescannt haben.

Sollten Zeitschriften, da sie in einem Kuvert verschickt werden, doch zu Caya kommen – oder, wie in meinen Fall, eine Lieferung aus China, die im Zoll drei Wochen stecken geblieben ist, scannt Caya wahlweise die Versandetikette oder das Titelblatt der Zeitschrift. Ähnliches gilt auch für Sendungen, die so „getackert“ sind, dass man sie nicht öffnen kann – auch hier wird nur das Deckblatt gescannt. Dann heißt es, je nach gebuchtem Tarif: Papierkorb (=shreddern), separate Nachsendung oder auf die quartalsweise Sendung warten.

Mein Testergebnis nach intensiven digitalen Postempfängen der letzten Monate:

Juhuuuu: Doch, geiles Spielzeug. Die Post auf dem Handy lesen, noch bevor man zu Hause den (leeren) Briefkasten öffnen kann. Und von Caya günstiger als in den Tarifen der deutschen Bundespost! Wunderbar!

Buuuuh: Warum genau verliere ich, bis die Post meinen Nachsendeauftrag bestätigt, wertvolle Zeit meines Kundendaseins bei Caya? Und wer den falschen Tarif wählt, entweder, als Sparfuchs zu klein oder weils einfach egal ist zu groß, verschwendet Geld. Im kleinen Tarif pro Nachsendung fast acht Euro zahlen sollte man sich vorher überlegen und den großen Tarif für einen Brief von Mutti pro Woche – ist es dann ja auch nicht wert. Schade, dass die Post keine „in time“ Nachsendung möglich macht und Briefpost trotz „Digitalisierung“ nicht pünktlich sondern mit Verspätung ankommt.

Clou: Ich bin nur bedingt überzeugt. Zum einen, da die Post auch im Jahr 2019 eine Nachsendung wohl erst vom Briefträger in die Tasche und abends wieder zurück bringen lässt, bevor der Nachsendeauftrag greift. Diese verlorene Zeit nervt mich einfach nur kolossal! Auch dass Caya mal gefühlt sofort und dann erst wieder am nächsten oder gar übernächsten Tag scannt, haut mich nicht vom Hocker. Da ich auch einen Durchlaufscanner mit beidseitigem Scannen besitze, weiß ich, welche Qualitätsstufen noch machbar wären, da sollte Caya, auch ohne Erhöhung der Dateigrößen, nochmal seine Einstellungen überprüfen – manche Farbscans verschwimmen und verfälschen die Farben zu sehr. Auch wenn die Dateinamen mit Datum, Absender und Inhalt gut gewählt sind und man seit ein paar Tagen eine Rechnung mit nur einem Klick aus seinem Inhaltspostfach überweisen kann, gibt es für den Service noch Luft nach oben.
Meine Empfehlung: als reine technische Spielerei, so wie ich kleiner Nerd mir das vorgestellt habe, kann ich nur abraten. Der falsche Tarif wird sonst einfach zu schnell zu teuer. Und wer eine alternative Anschrift hat, gewinnt mit einer Nachsendung mehr als mit digitalisierter Post. Wer allerdings wirklich für einen längeren Zeitraum nur auf der Straße ist und seine Post daher trotzdem bekommen möchte, sollte – ich wiederhole mich! – seinen Tarif weise wählen, damit der Dienst, mit allen Eventualitäten, die eintreten können, auch Sinn macht!

 

Und wie sieht es bei Euch so aus? Noch nie davon gehört, dass es so einen Service gibt? Oder bekommt ihr schon gar keine Post mehr in Papierform, so dass sich weder ein Nachsendeauftrag noch eine Digitalisierung rentieren würde. Oder habt ihr noch eine wesentlich bessere Empfehlung im Angebot? Dann her mit Euren Kommentaren, emails, Empfehlungen, Tipps und Tricks oder Verbesserungsvorschlägen zu meiner Beurteilung – ich freue mich, von Euch zu hören und zu lesen!

 

 


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Über aviationsteve

Steve ist glücklicher Inhaber eines Diploms (FH) für Betriebswirtschaftslehre sowie einer europäischen Pilotenlizenz und hat breite Branchenerfahrung in den Bereichen Aviation, Vertrieb, Marketing, Kommunikation, Pressearbeit und Social Media. Er schreibt in diesem Blog, den er ebenfalls als PodCast spricht und veröffentlicht, über Technik, Sicherheit, aktuelle Themen und Buzzwords. Einen Schwerpunkt, den er mehr und mehr ausbaut, obwohl der dieses Thema niemals beruflich machen würde, sind Human Relations Themen.

Veröffentlicht am 29. Juli 2019 in Heim und Haus, Intelligentes Spielzeug, Nerd und mit , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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