302 E-Auto und Waschanlagen diverser Bauarten – ein paar Eigenheiten, die mir mein ENYAQ beigebracht hat

Weil es in den letzten Pods und Blogs um E-Auto-Thema nach E-Auto-Thema geht, schließe ich gleich noch eines für euch an. An sich etwas ganz Banales: die Autowaschstraße. An sich gibt es zwei Wahlmöglichkeiten: Die „klassische“ Reinigung von der Tanke, bei der der Wagen stillsteht und Bürsten, Wasserdüsen und Trocknung über, unter und irgendwie neben dem Auto vorbeigeführt werden. Und dann gibt es die „echte“ Waschstraße, wo der Wagen im Getriebe-Leerlauf durch die Stationen zum Thema Waschen, Spülen, Trocknen „gezogen“ wird – mal mit, mal ohne Fahrer und Insassen. Und genau diese Getriebestellung „Leerlauf“ kann einem mit dem ENYAQ in der Waschstraße viel Freude bereiten!

Im und auch nach Ende des Winters wird es Zeit, den Wagen von Salz und weiteren Verunreinigungen zu befreien - da hat der ENYAQ ein paar Eigenheiten...! / Bild-/-Quelle: ibdnhubzs.de
Im und auch nach Ende des Winters wird es Zeit, den Wagen von Salz und weiteren Verunreinigungen zu befreien – da hat der ENYAQ ein paar Eigenheiten…! / Bild-/-Quelle: ibdnhubzs.de
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An der Tankstelle, ein gewohnter Vorgang – oder?

Ich sage es gleich und mit Nachdruck, da ich selbst schon dabei zusehen konnte: Wenn ihr ein halbwegs aktuelles Schlüssel-Schließ-System in eurem Verbrenner oder E-Auto habt, sperrt die Kiste vor Beginn der Reinigung unbedingt ab! Ja, ich weiß, dann klappen die Außenspiegel ans Auto an und man muss manuell nachreinigen, ganz klar. Aber: Nur zu gerne löst die obere Querbürste bei dem einen oder anderen Modell, wenn sie hinter dem Auto bis unter die Stoßstange reinigt, den Sensor zur Öffnung des Kofferraumdeckels aus. Gute Nachricht: nicht beim ENYAQ. Ich durfte aber bei einem Audi-SUV zusehen, wie der Kofferraum aufgeht, sich Panik breit macht und das Drücken des Nothalts nicht die Beschädigung der Klappe und des Schließmechanismus am Auto verhindern konnte. Das war sicherlich ein Schaden um die tausend Euro, was man leicht vermeiden kann.

Schlüssel nicht im Auto liegen lassen und verriegeln, das schaltet sämtliche Öffnungssensoren scharf und zack, sind die Türen offen.
Wie schon angesprochen, sperrt euer Auto ab und habt den Schlüssel am Mann.
Und, nahe an der bekannten Goldkante, habt den Schlüssel am Mann und nehmt zusätzlich noch ein paar Meter Abstand ein, um die Funkstrecke zu unterbrechen.

Lest hierzu auch unbedingt im Handbuch nach, ob es gewisse Eigenheiten gibt, die der Hersteller hier bekannt gibt und welche Gegenmaßnahmen zu treffen sind.

Wäre zu einfach, wenn mit dem E nichts zu beachten wäre

Bei dem E-Auto solltet ihr nicht nur nachlesen, ihr MÜSST nachlesen. Dass eine normale Wäsche mit Bürste oder auf der Zugschiene kein Problem darstellt, ist klar. Aber je nach Akkupack unter dem Auto und der entsprechenden Versiegelung macht es Sinn, zu wissen, was das Wagen darf und was nicht. Skoda zum Beispiel weist freundlich darauf hin, Unterbodenwäschen nicht mit jedem Waschgang zu buchen, da Langzeitschäden an den Akkus unter Umständen unvermeidlich sind. Und da der Akku wohl das teuerste Bauteil und auch als Hochvoltelement die meisten Kosten für Aus- und Einbau verursacht, sollte man hier wissen, was der Hersteller empfiehlt oder im Klartext erlaubt und was nicht.

Sonst, abgesehen vom Schließsystem, muss man wenig wissen, wenn man an einer Tankstelle in die Standardreinigung fährt – wie zuvor kurz erwähnt.

Aber was ist nun, wenn man in eine echte Waschstraße fährt?
Auch hier hilft das Handbuch.
Skoda hat dem ENYAQ nämlich nicht nur einen Leerlauf am Schalthebel spendiert. Wenn man auf den Leerlauf schaltet, kommt eine zusätzliche Abfrage in Form einer Einblendung auf dem Mittelbildschirm. Diese fragt explizit nach, ob man in eine Waschstraße fährt. Das muss per Fingertippen bestätigt werden.

Was, wenn das Handbuch die Realität nicht mag

Ich bin also im Oktober mit einem wirklich sichtlich dreckigen Wagen in Regensburg in eine Waschstraße eingefahren. Habe mich brav hinter dem Vordermann aufgereiht und war bereits für den N-Modus und die Abfrage. Während jetzt die manuelle Hochdruckreinigung von Scheiben vonstattenging, merke und hörte ich, dass ich soeben in die Schiene für den Durchzug durch die Anlage gerutscht bin. Was mir auch durch einen Mitarbeiter signalisiert wurde. Was sollte schon passieren? Getriebemodus neutral, die Waschstraßenabfrage bestätigt, also stieg ich aus dem Auto aus.
Und schon blockierten alle Reifen, das Radio und Navi ging in Standby und die „Übergabeschiene“, auf der mein Auto stand, gab eine Fehlermeldung aus und blieb stehen.

Auch der Mitarbeiter, der nun herbeieilte, war sprachlos, als ich ihm den aktiven N-Modus zeigte. Idee: ich solle den Schlüssel im Auto lassen. Also, wieder einsteigen, nun geht der ENYAQ in seinen „Bereit“-Modus. Also erneut den N-Modus eingelegt und auf dem Display die Befahrung einer Waschstraße aktiviert.
Ausgestiegen, erneut fährt der ENYAQ seine Systeme runter.

Mittlerweile hat die erste Reinigungsstation vor mir und meinem ENYAQ sowohl die Wasserzufuhr als auch die Bewegung der Reinigungsmodule gestoppt. Das machte jetzt auch die hinter mir wartenden Fahrer nervös. Ich verfluchte erneut SKODA dafür, dass das Handbuch und die Realität erneut nicht zusammenpassen.

Da diese Durchfahrwaschstraßen an diesem Punkt einen „Point of no return“ haben, und somit ich und mein Auto nun gefangen waren, machte ich dem Mitarbeiter neben mir einen Vorschlag: Ich springe einfach ins Auto und bleibe sitzen. Dann bleibt die Kiste an und so hoffte ich, auch der N-Waschstraßen-Modus ebenfalls.

Damit es für alle Beteiligten nicht zu langweilig wird, verhakte nun beim Anlaufen noch meine Schiene, was erneut die Anlage teilweise herunterfuhr. Kurze Ansage zwischen den Mitarbeitern in der Waschstraße und mit Umlegen des Hebels ging es endlich los.

Natürlich ist mir nicht entgangen, dass ein Mitarbeiter parallel zu meiner „Fahrt“ an den Guckfenstern Schritt für Schritt mit mir mitfieberte. Mich interessierte, warum es nicht geklappt hat – ihn, dass ich nicht mit 160 Kilometern pro Stunde aus der Waschanlage presche und auf Nimmerwiedersehen ohne zu bezahlen mich in einem Wassertröpfchenregen verabschiede. Was totaler Quatsch ist, da ich eine Kundenkarte, die an mein Nummernschild gebunden ist, besitze, was mich, binnen Sekunden identifiziert und meine Anschrift auswirft.

Also wurde ich freundlich mit abrollen und von N auf B stellend – ja, das ist die dauerhafte Rekuperationsstufe im ENYAQ – durch einen im Weg stehenden, tapferen Mitarbeiter auf den Parkplatz verwiesen und persönlich zur Kasse gebracht.

Fand ich ein wenig affig, da ich klar zum Ausdruck gebracht hatte, dass ich noch eine Innenreinigung wollte. Was mir, hätte ich direkt ums Eck fahren und dann erst zahlen können, aufgrund meines Rückstaus die Pole-Position gesichert hätte. So galt für mich nun das Motto: Die ersten werden die letzten sein.

Was für ein Erlebnis, das ich nicht gebraucht hätte

Ich weiß schon, es macht sich wieder Kopfschütteln breit, daher zitiere ich am Ende noch für euch aus dem Skoda ENYAQ Digitalen Handbuch.

Aber so viel sei gesagt:
Erlebnisse dieser Art brauche ich kein zweites Mal!
Erst recht, wenn auf die offizielle Bedienungsanleitung kein Verlass ist. Und wie ich schon in einem Nebensatz habe durchblicken lassen, ist dies nicht die einzige Abweichung zwischen Handbuch und tatsächlicher Funktion. Nein? Gut, dann lest euch in der Anleitung die Funktionsweise des Einparkassistenten durch und der genialen Funktion, die den ENYAQ ab Erkennung eines Punktes vollautomatisch einparken lässt.
Mir ist beim Lesen und parallelen Ausprobieren noch mehr aufgefallen, aber es ist indessen mal ein Unterschied, ob sich die Funktion durch einen banalen Test selbst erschließt. Oder ob ich erst mal durch diverse Untermenüs muss, bis auch Sherlock Holmes nach stundenlangen Suchen die Funktion findet. Und ich genau weiß: Das finde ich nie wieder!

Daher, meine Empfehlung: auch bei einem Neuwagen lohnt ein Blick in die Betriebsanleitung. Und ich werde beim nächsten Besuch mit meinem Händler des Vertrauens mal nachfragen, wie es wirklich richtig gemacht wird, damit meine Waschstraße wieder mit einem Besuch meines ENYAQ ohne viel Chaos rechnen kann.


Wie versprochen, der Auszug aus dem offiziellen digitalen Handbuch

Vor der Durchfahrt einer Waschanlage
Die üblichen Vorgaben der Waschanlage beachten, z. B. alle Fenster schließen, die Außenspiegel anklappen u. Ä.
Den Scheibenwischerhebel in die Position einstellen.
Wenn sich an Ihrem Fahrzeug besondere Anbauteile befinden, die Vorgaben des Waschanlagenbetreibers beachten.

HINWEIS
Vor der Durchfahrt einer Waschanlage müssen die folgenden Bedingungen erfüllt werden, wenn ein Rollen des Fahrzeugs erforderlich ist:
Zündung eingeschaltet
Wählhebel im Modus N
Elektrische Parkbremse ausgeschaltet
Auto Hold Funktion deaktiviert

HINWEIS
Bei Fahrzeugen mit elektrischer Gepäckraumklappe kann sich diese infolge der Druckeinwirkung der Waschbürsten selbsttätig öffnen.
Das Fahrzeug, z. B. mit der Zentralverriegelungstaste, verriegeln.

https://digital-manual.skoda-auto.com/

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